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EMAS – eh was? Die Bedeutung des Umweltmanagementsystems

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Bei dem letzten oikos Vienna Expert Talk hat uns Manuela Bigler vom Umweltbundesamt einen Einblick in ihre Arbeit mit dem Umweltmanagementsystem EMAS gegeben und uns gezeigt, warum Managementsysteme wie EMAS ein wichtiger Teil des Klimaschutzes sind.

For-Profit Unternehmen sind für den Großteil der weltweiten Treibhausgasemissionen zur Verantwortung zu ziehen. Durch die zunehmende Globalisierung und internationale Vernetzung wird es immer schwieriger, die Lieferketten zu durchleuchten und den tatsächlichen Umwelteinfluss zu erkennen. Das Umweltmanagementsystem EMAS soll genau das für Unternehmen ermöglichen: auf freiwilliger Basis bekommen Unternehmen Unterstützung, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu analysieren und kontinuierlich zu verbessern.

Aber was soll ein Managementsystem eigentlich sein?

Bigler erklärt, dass Managementsysteme Unternehmen helfen sollen, eine klare Ausrichtung auf die Verfolgung von Strategien, Politiken und Zielen aufzubauen.

Managementsysteme verfolgen dabei den systematischen Ansatz, der in der Grafik veranschaulicht wird. Im ersten Schritt werden Ziele definiert (PLAN) und später umgesetzt (DO). Nach der Umsetzungsphase wird der Fortschritt überprüft (CHECK), wodurch Verbesserungen für den nächsten Zyklus abgeleitet werden können (ACT).

Wenn wir das geklärt haben, schauen wir uns jetzt konkret Umweltmanagementsysteme (UMS) an:

Ein UMS hat als Ziel die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Davon profitieren Unternehmen nicht nur aus ethischen und moralischen Gründen (und weil dadurch auch ihr Planet geschützt wird), sondern sie können sich auch Kosten und Ressourcen sparen und rechtliche Strafverfahren vermeiden.

EMAS, das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union, wird für alle Unternehmen Europas zur Verfügung gestellt – die Teilnahme ist allerdings nicht verpflichtend. Bei der Umsetzung von EMAS durchlaufen Unternehmen 9 Schritte:

  1. Im ersten Schritt wird das Unternehmen auf seinen Umwelteinfluss geprüft. Hier werden alle Bereiche durchleuchtet und die größten Umweltauswirkungen des Unternehmens aufgezeigt.
  2. Auf Basis der Umweltanalyse wird eine Umweltpolitik für das Unternehmen erstellt, in der schriftlich festgehalten wird, welche umweltpolitischen Ziele das Unternehmen verfolgt.
  3. Im 3. Schritt werden klare konkrete Ziele festgesetzt, für die auch die Zuständigkeiten geklärt werden. Input für die Ziele und Ansätze bekommt das Unternehmen auch in der anfänglichen Prüfung. Außerdem kann das Unternehmen sich mit anderen EMAS-Mitgliedern vergleichen und von deren Best Practices lernen.
  4. Danach werden die Ziele umgesetzt. Während der Implementierung werden die Vorgänge und Prozesse festgehalten, es werden Checklisten und Arbeitsanweisungen erstellt und Dokumente dafür aufgesetzt.
  5. Nach der Umsetzungsphase kommt es zu einem internen Audit, bei dem eine Person des Unternehmens die Zielumsetzung anschaut und Feedback gibt.
  6. Nachdem die Ergebnisse des internen Audits umgesetzt wurden, kommt es zu einer Managementbewertung. EMAS zieht somit die Führungsebene in die Verantwortung das Umweltmanagementsystem umzusetzen und zu unterstützen. Bei diesem Audit wird reflektiert wieviel sich verändert hat, wie wirksam das UMS ist und wo noch Potenzial sichtbar ist.
  7. Anhand der beiden internen Audits wird eine Umwelterklärung aufgesetzt. Hierfür werden von EMAS bestimmt Kennzahlen vorgeschrieben, die verpflichtend angegeben werden müssen, außerdem muss die Umwelterklärung öffentlich gemacht werden.
  8. Nach der Erstellung des Berichts wird das UMS von einer externen Person begutachtet. Dieser Schritt dient als „Doppelcheck“, die externe Person gibt dem Unternehmen aber auch Input für weitere Verbesserungsmöglichkeiten, die eine interne Begutachtung womöglich nicht geben kann.
  9. Abschließend wird der Bericht an das Umweltbundesamt geschickt, wo das Unternehmen in ein Register eingetragen wird, das EMAS Logo erhält und auf der Website publiziert wird.

EMAS hat viele Vorteile für Unternehmen. Es dient als Hilfestellung für eine umweltfreundlichere Aktivität, spart Kosten und Ressourcen und kann zu Werbezwecken genützt werden. Doch was sind mögliche Schwachpunkte von EMAS?

Zum einen gibt es keinen Schwellenwert, wie „gut“ ein Unternehmen in dem Prozess sein muss, um eine EMAS Zertifizierung zu erhalten. Ausschlaggebend ist hier die kontinuierliche Verbesserung, die das Unternehmen durchläuft. Als Ansporn, große Verbesserungen zu machen dient lediglich der Umweltbericht, der öffentlich gemacht werden muss.

Außerdem ist die Teilnahme an EMAS nicht bindend, sondern Unternehmen können sich freiwillig beteiligen. Dies kann per se nicht als Schwachstelle von EMAS gezählt werden, zeigt aber dennoch, dass in den politischen Maßnahmen für den Klimaschutz Unternehmen noch nicht in die volle Verantwortung genommen werden.

Wenn du mehr über das Umweltmanagementsystem und das Umweltbundesamt erfahren willst, kannst du auf der Website vorbeischauen!

Danke an Manuela Bigler für den spannenden Vortrag und die Einblicke die wir in ihre Arbeit und das Umweltmanagementsystem bekommen konnten!

By Katharina Rinnhofer

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