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Nachhaltigkeit im Internet

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Damit die Erde für den Menschen weiterhin bewohnbar bleibt, muss sich etwas ändern, das ist nach Bewegungen wie „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“ auch den Letzten klar geworden. Themen wie die Reduktion von Plastikmüll oder das Verzichten auf konventionelle/fossile Energien wie Kohle werden dabei immer wieder aufgegriffen. Ein Faktor wird aber oft außer Acht gelassen: Wie ressourcenaufwendig das Internet ist.

Dass eine übermäßige Nutzung von Google, Netflix, Instagram und Co. dem Klima schaden kann, ist im ersten Moment vielleicht nicht offensichtlich. Denn wenn wir Plastiktüten verwenden, haben wir Bilder von Müllbergen im Meer im Kopf. Essen wir Rindfleisch, ist uns bewusst, dass wir damit eine Industrie unterstützen, die maßgeblich den Treibhausgashaushalt erhöht. Und fahren wir mit dem Auto, so wissen wir auch, dass jeder Liter Treibstoff eine Ressource verbraucht, die nicht in unendlichen oder nachwachsenden Mengen auf der Erde vorhanden ist.

Nutzen wir jedoch das Internet, trifft keine dieser Assoziationen zu. E-Mails sind eine günstige und leicht zugängliche Alternative zu Briefen. Amazon ermöglicht es uns, unabhängig von Ladenöffnungszeiten Käufe zu tätigen – egal wo man sich gerade befindet. Und Netflix und Co. ersparen uns den Weg zum Kino.

So viele Vorteile das Internet uns auch bringt, ressourcenaufwendig bleibt es dahingehend, dass es Strom und Datenspeicher benötigt. Mittlerweile enorm viel Strom und enorm große Datenspeicher. Google zufolge verbraucht eine Suchanfrage etwa 0,2 Gramm CO2. Anderen Hochrechnungen zufolge, wie etwa der des Harvard-Physikers Alex Wisser-Gross, sogar sieben Gramm CO2 pro Suchanfrage. Welche Zahl dabei stimmt, hängt von Faktoren wie etwa dem Suchbegriff oder der Schnelligkeit des Internets ab.

Doch was tun mit dieser Information? Sollte man nun auf das Internet verzichten, um die Umwelt zu schützen? Nein, denn in vielen Fällen ist es die weitaus ressourcenschonendere Alternative. Jedoch gibt es ein paar Tipps, die man befolgen kann, um möglichst klimafreundlich im Internet zu agieren:

1. Nutze klimafreundliche Suchmaschinen
Klar, der Terminus etwas „zu googlen“ ist mittlerweile fest in unserem Sprachgebrauch verankert. Was viele nicht wissen: Es gibt eine klimafreundlichere Alternative zu Google und die heißt „Ecosia“. Diese kostenlose Suchmaschine verwendet ihre Einnahmen, um Bäume zu pflanzen. Im Schnitt muss man 45 Mal suchen, damit ein Baum gepflanzt wird. Klingt cool, oder nicht? Aber es wird noch besser: Deine Suchanfragen werden nicht an Dritte weiterverkauft, so wie bei vielen anderen Suchmaschinen. Zusammengefasst:  Du pflanzt Bäume mit etwas, was du sowieso tun würdest und du bist sicher im Netz unterwegs. Ecosia ist sowohl für das Smartphone als auch den PC verfügbar. Mehr dazu unter: https://www.ecosia.org

2. Nutze die Browser- und Sprachsuche sparsam
Jede Suche verbraucht Energie. Um Umwege zu vermeiden, suche direkt in der Adresszeile oder benutze Lesezeichen für oft verwendete Webseiten. Vermeide die Browser- und Sprachsuche, wenn möglich, da beide Methoden viel Energie aufwenden.

3. Textnachrichten über Bildnachrichten
Klar, manchmal drückt ein bestimmtes Meme genau das aus, was du gerade fühlst und kommunizieren möchtest. Oder du hast dich stundenlang in der Küche bemüht, etwas Leckeres (oder zumindest Essbares 😉) zuzubereiten und möchtest es sofort mit deinen MitbewohnerInnen teilen. Bedenke jedoch, dass Bilddateien um einiges größer sind als Textdateien und nicht nur deinen Handyspeicher auffressen, sondern auch die Datenspeicher von WhatsApp und Co. Überlege deshalb lieber zwei Mal, ob die nächste Bildnachricht wirklich nötig ist, oder ob eine Textnachricht den Job auch tun würde.

4. Scrolle nicht sinnlos herum
Wir verstehen zwar, dass Scrollen auf Instagram ein gutes Mittel gegen Langeweile ist – energie- und zeitaufwendig ist es trotzdem. Die Rechner von Instagram, Facebook, Snapchat und Co. verarbeiten in sekundenschnelle Daten, um sie ihren Usern zur Verfügung zu stellen.
24 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche. Zusätzlich geben die meisten Nutzer an, auch ohne die Inhalte leben zu können. Frage dich deshalb immer: Scrolle ich gerade nur sinnlos herum, oder tue ich etwas, was einen Mehrwert für mein Leben hat? Falls dir durch den Verzicht dann doch langweilig wird, nutze beispielsweise heruntergeladene Hörbücher, Musik, Podcasts oder greife auch mal zu einer Zeitung oder einem guten Buch.

5. Lösche ungenutzte und überflüssige Accounts
Jeder hat sie, keiner braucht sie: In Vergessenheit geratene und ungenutzte Accounts auf allerlei Webseiten. Lösche solche Accounts und Newsletter von Webseiten, die du schlichtweg nicht nutzt oder brauchst. Dies gilt auch für dein E-Mail-Postfach, welches nicht nur vom dazugewonnenen Speicher profitiert, sondern auch der neuen Übersichtlichkeit. Dabei kann es helfen, gelesene E-Mails sofort zu löschen, auf die man später niemals zurückgreifen wird (beispielsweise Benachrichtigungen oder Werbung).

Es ist klar, dass man mit der Nutzung des Internets nie einen negativen ökologischen Fußabdruck erreichen kann, da immer Strom dafür benötigt wird. Darum geht es auch nicht – sondern darum, mit kleinen Schritten umweltbewusster zu handeln. Wir hoffen, dir mit diesen Tipps ein paar Denkanstöße gegeben zu haben.

Es sind keine großen Handlungen oder Veränderungen, aber um es mit den Worten des Journalisten und Schriftstellers Eduardo Galeano zu sagen: ,,Many small people, in small places, doing small things, can change the world.“

written by Lidia

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