oikos Vienna

students for sustainable economics and management


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Rückblick zum oikos Vienna expert talk: Sustainable Finance mit Leiterin Österreich von ESG Plus

Sustainable Finance

Bisher waren Nachhaltigkeit und Fondssparen für mich zwei unterschiedliche paar Schuhe. Es fiel mir schwer mir vorzustellen, dass Fondssparen den Klimawandel positiv beeinflussen könnte. Beim oikos Vienna expert talk, der am 21. November 2019 an der Wirtschaftsuniversität Wien stattgefunden hat, wurde ich von Finanzexpertin und Leiterin Österreich von ESG Plus, Elisabeth Müller, eines Besseren belehrt.

Mit einem komplexen Tool gelingt es ESG Plus, Fonds auf ihre Nachhaltigkeit zu bewerten und das Resultat in eine „verständliche Sprache“ zu übersetzen. Das 2015 gegründete Unternehmen arbeitet vor allem im B2B Bereich, jedoch können seit neustem auch interessierte Privatpersonen mit der App CLEANVEST nach ökologisch-sozial verträglichen Fonds suchen. Einfach, verständlich und transparent. Damit ist ESG Plus das erste Unternehmen in ganz Europa (!), das auf dieses Service setzt.

Nachhaltiges Fondssparen dient nicht nur dem Zweck Anleger_Innen Alternativen am Finanzmarkt zu zeigen; es unterstützt gleichzeitig jene Unternehmen, die auf unsere Umwelt achten, soziale Ungerechtigkeit bekämpfen und nach innovativen Lösungen für die Probleme unserer Zeit suchen. Gerade in Anbetracht der Einflusskraft von Fonds auf unser Wirtschaftssystem ist es so wichtig die Unternehmen und die Gesellschaft darüber zu informieren, dass es auch Alternativen zum „business es ususal“ gibt!

Purpose Economy

Was haben die Firmen Bosch, Alnatura, DM und Rolex gemeinsam? Bei all diesen sind es die eigenen Mitarbeiter_Innen statt fremder Investoren, die Anteile am Unternehmen besitzen. Die Purpose Stiftung hilft Unternehmen dabei, ihre bereits an externe Stakeholder verkauften Anteile wieder „zurückzuholen“. Doch wieso wollen Unternehmen ihre Anteile überhaupt wieder in Eigenbesitz sehen? Auf diese Frage ging Armin Steuernagel in seinem Ted Talk zum Thema Purpose Economy, den wir uns nach dem Gespräch mit Frau Müller gemeinsam angesehen haben, genauer ein.

Stellt euch ein ordinäres Krankenhaus vor. Die Patient_Innen fühlen sich gut versorgt. Das Arbeitsklima ist harmonisch. Nun werden die Anteile am Krankenhaus an externe Investoren verkauft. Die Stimmung kippt. Die Patient_Innen werden unzufriedener. Das Personal fühlt sich unter Druck gesetzt. Woran liegt das?

Um dieses Phänomen zu erklären, zieht Herr Steuernagel eine Metapher heran. „Wir müssen uns das Unternehmen als Kind vorstellen, dessen Eltern die Gründer_Innen des Unternehmens sind. Die Gründer_Innen werden alles dafür tun, dass es dem Unternehmen (ihrem Kind) auch auf lange Sicht noch gut geht. Fremde Investoren hingegen kümmern sich nicht um die Langlebigkeit und das Wohl des Unternehmens, sondern zielen auf eine schnelle Rendite ab.“ Und genau darin sieht Herr Steuernagel die große Gefahr, Unternehmen an fremde Investoren zu veräußern.

Was mich am Ted Talk jedoch am meisten überraschte war folgendes: einen Großteil der Investoren machen Versicherungsunternehmen und Vorsorgekassen aus. Das bedeutet, dass unser Geld welches wir täglich an diese Institutionen leisten, in ein System der bedingungslosen Gewinnmaximierung geleistet wird, ohne dass wir uns über die negativen Folgen dessen im Klaren sind. Ein erschreckender Gedanke, den es sich bewusst zu machen gilt.

Abschließend kann ich nur sagen, dass ich meinen Abend, wenige Tage vor der Prüfungswoche, selten spannender und lehrreicher verbrachte habe, als mit diesem Event.

written by Felizia


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Die Jugendklimakonferenz hautnah

Von 8. bis 10. November fand zum 2. Mal die Jugendklimakonferenz (LCOY) in Wien/Österreich statt, an der ich die Möglichkeit hatte als Freiwillige mitzuarbeiten. Das Ziel der LCOY (Local Conference of Youth) ist es das Interesse von jungen Menschen für Klimafragen lokal voranzutreiben um einen Input für internationalen Konferenzen zu liefern. Die LCOY ist der nationale Ableger der internationalen Conference of Youth (COY), die unmittelbar vor dem Weltklimagipfel der UNO (COP- Conference of Parties) abgehalten wird. Die COP findet heuer zwischen 2. und 13. Dezember in Madrid statt.

Das Organisationsteam und ein kleiner Teil der Freiwilligen & TeilnehmerInnen

Bei der diesjährigen Jugendklimakonferenz gab es 55 Workshops zu den verschiedensten Themen wie Klimabildung, Ernährung, Umweltrecht, Nachhaltigkeit in Unternehmen, Umweltjournalismus, oder Mobilitätswende um nur einige Beispiele zu nennen. Unter den WorkshopleiterInnen befanden sich unter anderem VertreterInnen der TU Wien, der BOKU, Generation Earth, Global 2000, dem Ökobüro… und auch oikos international (durch Helene Dallinger) war vertreten 😉.

Meine Aufgabe als Freiwillige bestand darin an Workshops (die ich mir selbst aussuchen dürfte) teilzunehmen und die wichtigsten Punkte mitzuschreiben, die dann gesammelt zum Nachlesen erscheinen. Besonders interessant fand ich den Vortrag der Wiener Umweltanwaltschaft (WUA), die die Strategien der Stadt Wien dargelegten, um in Zukunft klimaneutral zu werden.

Abseits von den Workshops gab es noch viele andere Aktivitäten für die TeilnehmerInnen, wie ein Pub-Quiz, Diskussionsrunden und auch der Film „Guardians of the Earth“, ein Dokumentarfilm über den Weltklimagipfel 2015, wurde gezeigt. Ein persönliches Highlight war das köstliche und (zu 95%) vegane und regionale Essen auf der Konferenz, das von „Foodsharing“ und dem Küchenkollektiv „minimal.is.muss“ bereitgestellt wurde.

Ich fand die 3 Tage an der Konferenz (positiv) anstrengend, da ich viel neues Wissen und Eindrücke aufgenommen habe. Es war aber auch sehr motivierend und bestärkend, denn ich durfte so viele gleichgesinnte junge Menschen kennenlernen, die sich engagiert und unbeirrt für eine ökologisch und sozial gerechte Zukunft einsetzen.

Danke an alle die die LCOY 2019 in Wien möglich gemacht haben. Wir sehen und nächstes Jahr 🎉!

Written by Christina