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Fast Travel < Slow Travel

6 Kommentare

Kaum wird Wien mit ein paar Sonnenstrahlen Ende Februar beglückt, so beginnt das Summerfeeling. California Dreaming, ab an den Strand oder fremde Kulturen entdecken. Fast jeder hat seine eigene Bucketlist von der man schnellstens so viele Abenteuer wie nur möglich abhaken will. Alle sind Travel-Addicted und durch billige Flugpreise, werden einem günstige Fernreisen nur so hinterhergeworfen. Dass das einen Haken haben muss, ist uns ja wohl allen klar!

Und genau deswegen gibt es jetzt auch eine neue Bewegung, die das Ganze einmal kritisch hinterfragt. Was passiert, wenn wir so weitermachen? Können zukünftige Generationen die Welt auch noch so wunderschön erleben, wie wir es heutzutage tun können? Was muss und kann ich an meinem Reisestil ändern, damit dieser sozial und ökologisch rücksichtsvoll ist?

Slow Travel – was ist das?

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Mit dem Individualisierungstrend stieg das Interesse nachhaltiger und langsamer zu reisen, fernab von massentouristischen Erlebnissen und Sightseeing. In einer aktuellen Studie des Deutschen Tourismusverbandes geben 44% aller Befragten an, dass ihr Urlaub sozial und ökologisch nachhaltig sein soll.

Dabei hat ein Ausflug ins Grüne noch lange nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Falls ihr mal auf der Suche nach einem Slow Travel seid, so werdet ihr sicher mit den Begriffen „Naturtourismus“, „Ökotourismus“ und „Nachhaltigem Tourismus“ konfrontiert; deshalb hier eine kurze Übersicht:

Naturtourismus

Naturbezogenen Reisen werden unter dem Begriff Naturtourismus zusammengefasst. Naturtourismus ist eine Form des Reisens in naturnahe Gebiete, bei der das Erleben von Natur im Mittelpunkt steht.

Diese Tourismusform kann aber auch zu gewissen Umweltschäden führen, wenn bspw. Meeresküsten intensiv genutzt werden oder Korallenriffe, Gebirgslandschaften und Nationalparks unter den Massentourismus leiden müssen.

Ökotourismus

Ökotourismus soll nicht nur umwelt- und sozialverträglich sein, sondern auch Ziele des Naturschutzes aktiv unterstützen. Einnahmen des Tourismus fließen auch häufig in Naturschutzprojekte.

Die genaue Definition nach Strasdas aus dem Jahr 2001 lautet: „Ökotourismus ist eine Form verantwortungsbewussten Reisens in naturnahe Gebiete, bei dem das Erleben von Natur im Mittelpunkt steht. Darüber hinaus minimiert Ökotourismus negative ökologische und soziokulturelle Auswirkungen, trägt zur Finanzierung von Schutzgebieten oder Naturschutzmaßnahmen bei und schafft Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung. […].“

Nachhaltiger Tourismus

Nachhaltiger Tourismus ist noch weiter gefasst als Ökotourismus. Hier spielen auch ökonomische, soziale und kulturelle Aspekte eine Rolle.

Das deutsche Forum Umwelt und Entwicklung legte im Jahr 1999 folgende Definition für Nachhaltigen Tourismus fest: „Nachhaltiger Tourismus muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, in Bezug auf heutige wie zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig.“

9 Tipps für den eigenen Slow Travel:

Aber lässt sich die ungebrochene Liebe zum Reisen mit dem Thema Nachhaltigkeit in Einklang bringen? Zu oft sitzt man in der Zwickmühle zwischen ständigem Fernweh und dem schlechten Gewissen fest. Nachfolgend findet ihr Tipps, wie ihr einen sustainable Lifestyle und eure Wanderlust bestmöglich miteinander vereinen könnt

  1. Überlege genau, wo die Reise hingehen soll. Warum bis in die Karibik fliegen, wenn Sizilien doch fast vor der Haustür ist?
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  2. Vermeide Flugreisen oder weite Autoreisen und nutze öffentliche Verkehrsmittel.

    Falls du doch nicht darauf verzichten kannst, verwende Atmosfair, um deinen CO2-Ausstoß zu kompensieren und somit Klimaschutzprojekte zu unterstützen

    >> https://www.atmosfair.de/de/

  3. Wohne in lokal geführten Hotels und Pensionen.

    Eine große Auswahl an nachhaltigen Unterkünften gibt zudem die Wbsite Good Travel. Hier werden unter anderem Punkte wie „Architektur“, „Essen“, „Soziales“ und „Umwelt“ berücksichtigt

    >> https://goodtravel.de/

  4. Esse möglichst bei Einheimischen.

    Nutze dazu Portale wie EatWith, Airbnb – Entdeckungen/Restaurants oder gehe auch mal Abseits der Touristenströmungen zu versteckteren Gasthäusern

    >> https://de.eatwith.com/

    >> https://www.airbnb.at/

  5. Generell gilt: Esse regional und am besten vegan oder vegetarisch.

    Vegane oder vegetarische Restaurants findest du zum Beispiel auf Happy Cow und weitere Informationen zu den genannten Ernährungsformen beim proveg international

    >> https://www.happycow.net/

    >> https://proveg.com/de/

  6. Vermeide Tourismusattraktionen wie inszenierte Tierschauen oder Delfinarien und integriere stattdessen vielleicht sogar Schutzprojekt-Besuche in deinen Urlaub und beobachte die Tiere in Ruhe.
  7. Umgehe Einwegverpackungen und nutze unterwegs wiederbefüllbare Flaschen, wie z.B. eine stylische Dopper-Bottle. Achte außerdem darauf, keine unnötige Verpackung mit auf Reisen zu nehmen, da insbesondere Kunststoff in vielen Regionen nicht getrennt entsorgt und somit auch nicht abgebaut werden kann. Leere Batterien oder kaputte Akkus solltet ihr zur Entsorgung wieder mit nach Hause nehmen
    >> https://dopper.com/de/
  8. Kaufe Souvenirs von den Einheimischen und unterstütze so das lokale Handwerk, womit Traditionen gepflegt und die lokale Wirtschaft unterstützt wird.
  9. Halte dir immer folgendes vor Augen:
    Nicht die Quantität, sondern die Qualität deiner Erlebnisse zählt.

    Reise nicht nur um anzukommen!

Nachhaltigkeitssiegel für Unterkünfte und Reiseziele:

Diese Siegel versprechen einen nachhaltigen Background. Bei den meisten Organisationen kann man sogar direkt nach sustainable Unterkünften oder Reisezielen suchen.

  • TourCert
  • Travelife Gold
  • GreenSign
  • EU Ecolabel
  • Viabono
  • Blue flag
  • Green Key

Na, dann solltet ihr jetzt ja Bescheid wissen und

ab geht’s auf geht´s nun aaaaaaab in den Süüüüden

written by Pia

6 Kommentare zu “Fast Travel < Slow Travel

  1. Ein sehr wichtiges Thema habt ihr da angesprochen! Vor allem ist Europa eben so schön und vielseitig, da muss man gar nicht erst einen langen Flug auf sich nehmen. Nur sollte man natürlich auch daran denken, dass die Fähre nach Sardinien/England/… auch keine besonders umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug ist. Vielleicht ist es am besten, im eigenen Land oder in einem nahen Nachbarland zu bleiben und die lokalere Tourismus-Branche zu unterstützen 🙂

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  2. Liebe Alexandra,
    es freut uns, dass dir der Beitrag gefällt. Du hast natürlich recht mit den Fähren. Zum Glück gibts ja auch ökologischere Transportmittel wie den Zug 🙂

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  3. Wichtiger Beitrag und sehr gute Tipps! Ich bin auch immer hin und her gerissen, denn die fernen Länder reizen mich einfach zu sehr! Aber vor Ort versuche ich dann wenigstens die restlichen Tipps zu befolgen!
    Liebe Grüße
    Dorie | thedorie.com

    Gefällt 1 Person

  4. Liebe Dorie,
    schön zu hören, dass dir die Tipps gefallen. Der Beitrag von jedem und jeder einzelnen ist wichtig!

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  5. Super Artikel!
    SPREAD THE WORD :):)

    Gefällt 1 Person

  6. Super Artikel und Links. Da werde ich beim nächsten Urlaub auf jeden Fall schmökern 🙂

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