oikos Vienna

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12. CSR Tag by respACT

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Wien. 6:30. Im Bett. Ein Kampf – AUFzukommen! Linz. 9:30. Am Hauptbahnhof. Ein Kampf – DURCHzukommen! Als Vertreterin von oikos Vienna war ich offensichtlich nicht die Einzige, die sich auf den Weg zum 12. CSR-Tag nach Linz gemacht hat. CSR-Tag? Was ist das? Der CSR-Tag wird organisiert von respACT, einer führenden österreichischen Unternehmensplattform für nachhaltige Entwicklung und Corporate Social Responsibility (spätestens jetzt wird klar, wofür das „CSR“ in CSR-Tag steht). Dieses Jahr dreht sich alles um das Thema: „Better together – Partnerschaften erfolgreich umsetzen“.

Um die 300 VertreterInnen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft lieferten am 13. Oktober 2017 Impulse wie es gelingt, strategische Partnerschaften zu formen und zu nutzen, um die drängenden Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Der CSR-Tag lieferte spannende Vorträge, Panels (moderiert von ZIB Nachrichtensprecherin Rosa Lyon), Workshops, Wissenstransfer, Inspiration und Networking opportunities. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Voestalpine AG, REWE International, der Verbund AG, der Austrian Development Agency, ARGE Gentechnik-frei und vielen mehr.

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Rosa Lyon (Moderatorin), Wolfgang Eder (voestalpine AG), Petra Künkel (Collective Leadership Institute), Lori DiVito (Amsterdam University of Applied Sciences), Tinna C. Nielsen (Move the Elephant)

Was haben ein Urinal und ein Waschbecken mit Partnerschaften zu tun? Das erklärte Tinna C. Nielsen, Gründerin von “Move the Elephant”, in ihrer Key-Note am Vormittag. „Heterogene Teams arbeiten effektiver als homogene. Sei es nun aufgrund der Geschlechterverteilung, Unterschiede in der Kultur oder verschiedenen Studienabschlüssen. Diversität ist immer von Vorteil. ABER: Wir sind Gewohnheitsmenschen. Wir lieben das uns Vertraute. Dieser Hang zum Gewohnten zeigt sich leider auch in der Arbeitswelt. Wir bevorzugen es mit Menschen zu arbeiten, die uns ähneln. In der Sprache. In der Herkunft. Und sogar, im äußeren Erscheinungsbild.“

Genau hier kommt „Move the Elephant“ ins Spiel. Mit Workshops und Vorträgen appelliert die Organisation an Unternehmen, auf mehr Diversität im Personal zu achten. Das „Sink Urinal“ ist der Beweis für die Kreativität heterogener Teams. „Mind-blowing“. In der Tat! Das „Sprengen“ unseres meist funktional orientierten „Verstands“ ist der einzige Weg, einseitigen Denkweisen zu überwinden. Nicht nur ist das „Sink Urinal“ platzsparend. Gleichzeitig ist sein Einsatz v.a. in solchen Regionen, in denen Wasseranschlüsse keine Selbstverständlichkeit sind, überaus hilfreich. Wer weiß wie viele weitere simple, aber geniale, Erfindungen aufgrund von „Betriebsblindheit“ noch unentdeckt geblieben sind? Es ist Zeit für mehr Inklusion – wir müssen uns nur trauen!

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„Sink Urinal“, präsentiert von Tinna C. Nielsen (Move the Elephant)

Zu mehr „Inklusion“ habe ich mich auch beim großen Ansturm ans Mittagsbuffet „getraut“ und mich in die Reihe gestellt. „Glauben Sie, dass sich etwas Genmanipuliertes auf meinem Teller befindet?“, fragte ich den Geschäftsführer von ARGE Gentechnik-frei, als ich mich zu ihm an den Tisch setzte. „Hm… wohl eher nicht. Österreich spielt in der gentechnikfreien Produktion eine Vorreiterrolle. Heute befinden sich mehr als 3.300 gentechnikfreie Produkte in unseren Supermärkten. Nur beim Schnitzel wäre ich vorsichtig. Auch in Österreich werden Nutztiere leider weiterhin oft mit genmanipuliertem Soja gefüttert.“

Passend zur bewusst gentechnikfreien Produktion, ging es am Nachmittag zum ersten Workshop: „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster (SDG 12)“. Die Leitung des REWE International Nachhaltigkeit Departments, Tanja Dietrich-Hübner, startete die Session mit einem Praxisbeispiel. „Nachhaltigkeit funktioniert weder NUR top-down, noch NUR bottom-up. Mit der Initiative „Blühendes Österreich„, werden beide Seiten aktiv. Pro verkauftem nachhaltigen Produkt einer REWE Eigenmarke, fließt ein Cent in die Initiative, die sich der Erhaltung der Biodiversität in Österreich widmet. Damit sollen unsere Kundinnen und Kunden zu bewussten Kaufentscheidungen angeregt werden.“

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ganz links: Tanja Dietrich-Hübner (REWE International AG); ganz rechts: Heinz Felsner (Vizepräsident respACT)

Im Laufe des CSR Tages habe ich noch viele weitere inspirierende Personen und Projekte kennen gelernt. Zum Beispiel das Stormboxen Projekt der Wienerberger AG, bei dem bis zu 206 Liter Regenwasser aufgefangen, gereinigt und daraufhin als Nutzwasser wiederverwendet werden. Oder von den Viscose Fasern der Lenzing AG, die aus (nachhaltig bewirtschaftetem) Holz hergestellt, und u.a. in der Bekleidungsindustrie eingesetzt werden. Oder vom jungen Startup „regreen„. „Jung“, bezogen nicht nur auf das Alter des Startups, sondern auch der drei Gründer. Mit knapp zwanzig Jahren ermöglichen sie Unternehmen, mit der Vergabe von Umwelt-Zertifikaten, eine CO2-neutrale Produktion.

Der CSR-Tag lieferte eine optimale Gelegenheit, eigene Ideen und Sorgen an die „Player“ unserer Zeit heranzubringen. Zu sehen, dass sich auch CEOs und VertreterInnen großer Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, war eine erfrischende Erkenntnis. Der CSR-Tag ist ein Zeichen dafür, dass der Nachhaltigkeitsgedanke nicht nur passiv, sondern auch aktiv ausgeübt wird. Ein Zeichen dafür, dass die Welt gemeinsam umgestaltet werden kann. Ein Zeichen dafür, – [*rrrrrring*] – dass es Zeit für mich ist, nach einem langen und anstrengenden Tag in Linz zu gehen. Zum Hauptbahnhof. 18:00. In den Zug. 22:00. Ins Bett.

Written by Monika

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