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Weniger reden, mehr Action – Austrian World Summit

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Unter dem Motto „Weniger reden, mehr Action“ versammelten sich am 20. Juni in der Wiener Hofburg zahlreiche Experten und Engagierte rund um das Thema Klimaschutz. Mit dem Austrian World Summit will die von Arnold Schwarzenegger ins Leben gerufene Organisation, R20 Regions of Climate Action, ein positives Zeichen für den Klimaschutz setzen. Das Programm bot neben hochkarätigen Redner*innen, am Nachmittag auch zahlreiche Best-Practice Beispiele aus den Bereichen Politik, Cities & Regions, Projekte und Investments.

Eröffnet wurde der Austrian World Summit von Bundeskanzler Christian Kern, der dafür plädiert alte Denkweisen endlich abzulegen und die Entwicklungen in Richtung Digitalisierung, Automatisierung und weitere Globalisierung ernst zu nehmen und diese als Chance für eine Vorreiterrolle im Klimaschutz zu sehen. Er spricht sich für die Umstellung auf grüne Energieträger und ein damit verbundenes, besseres Subventionskonzept aus. Dabei sollen die Umwelt und die Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht irgendwelche Lobbys bedient werden wie es früher der Fall war.

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Nach dem Bundeskanzler war der Generaldirekter der UNIDO, Li Yong, am Rednerpult. Er hebt die Wichtigkeit der Agenda 2030 und den Pariser Klimavertrag hervor und fordert mehr Nachhaltigkeit, vor allem in der Wirtschaft. Die nachhaltige Industrialisierung sollte nicht auf Effizienz und Produktivität reduziert werden, sondern Ungleichheiten abbauen, integrativ sein und gleiche Möglichkeiten für alle schaffen.

Als dritte war Patricia Espinosa, Generalsekretärin der UNFCCC und ehemalige mexikanische Außenministerin, an der Reihe. Sie dankte den „Action Heros“ aus allen gesellschaftlichen Schichten, die sich für eine nachthaltige Entwicklung einsetzen und ermutigte jede Frau, jeden Mann und jedes Kind auch ein „Action Hero“ zu werden.

Maria Neira, Direktorin für Gesundheit und Umwelt der WHO, streicht die negativen Gesundheitsauswirkungen von Umweltverschmutzung hervor. Laut WHO sterben 12,6 Mio. Menschen pro Jahr an Krankheiten die auf Umweltschutzfaktoren zurückzuführen sind und ein umfassend Klima- und Umweltschutz könnte die Mortalitätsrate um ein Viertel reduzieren. Als wichtigen Ansatzpunkt sieht sie die Luftqualität, denn 92% der weltweiten Bevölkerung atmet Luft die nicht den WHO-Standards entspricht.

Da der Flug von Amina Mohammed, stellvertretende Generalsekretärin der Vereinten Nationen, gecancelt wurde, sprang Erik Solheim für sie ein.

„There is no conservative or liberal air, we all breath the same air!“ – Arnold Schwarzenegger

Im Anschluss war der Initiator des Austrian World Summits, Arnold Schwarzenegger, am Wort. Nach einer kurzen Schwärmerei über Österreich und die kulinarischen Köstlichkeiten, die er den internationalen Gästen schmackhaft machte, lobte er die österreichischen Ambitionen rund um den Umweltschutz. Er stellte auch klar, dass Umweltschutz nichts mit Parteizugehörigkeit zu tun hat, alle müssen am selben Strang ziehen. Schwarzenegger lobe Laurent Fabius, der als „Vater des Klimavertrags“ gilt, und sprach allen Anwesenden Mut zu, auch im Angesicht des Rückzugs der US Regierung. Die USA sind nicht Washington alleine und besteht auch nicht nur aus einem Mann – viele Städte, Bundesstaaten, Unternehmen, das amerikanische Volk weisen dem Klimavertrag nicht den Rücken zu, versichert Schwarzenegger.

 

Bundespräsident Alexander Van der Bellen betont, dass der Ausstieg der US-Regierung aus dem Pariser Klimaabkommen nur Motivation für alle anderen Staaten sein kann, ihr Engagement zu verdoppeln. Die große Mehrheit der Länder hat erkannt, dass Klimaschutz zu mehr Gesundheit, mehr Arbeitsplätzen, mehr Sicherheit und zu mehr Innovation führt, meint Van der Bellen. Auch er, als Ökonom, ist der Meinung, dass die Weltwirtschaft auf eine nachhaltige, umweltschonende Epoche zusteuert die revolutionäre Änderungen mit sich bringen wird. Er vergleicht es sogar mit der Erfindung des Buchdrucks oder der Dampfmaschine.

„Die Erde kennt kein „I’ll be back!“ – Bundespräsident Alexander Van der Bellen

Bevor die Panel Discussions begannen, gab es zur Überraschung noch eine Video Botschaft von Prinz Charles. Er pocht auf enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen und auf die Bildung Allianzen und Netzwerken um die Etablierung eines inklusiven Modells der Nachhaltigkeit möglich zu machen.

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Nun kann man nur hoffen, dass auf die engagierten Worte auch tatsächlich Taten folgen und es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt, wie es oft der Fall ist. Obwohl Österreich oft gelobt für das Umweltschutz-Engagement, ist noch sehr viel zu tun und auch die Richtung scheint nicht klar zu sein. Die jüngsten Pläne zur Verfassungsänderung um „Wachstum, Beschäftigung und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort“ als Staatsziel zu verankern zeigen die Problematik sehr gut.

Wir sind schon gespannt was sich bis zum nächsten Austrian World Summit tun wird und hoffen, dass dann auch mehr Frauen bei den Panel Discussions vertreten sind. Leider waren nur sehr wenige weibliche Vertreterinnen dabei.

 

by Bernhard

Hier noch die Eröffung zur Nachschau (Start 1:31:00):

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