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SDG 6 – Wasser und Sanitärversorgung für alle

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Man dreht den Wasserhahn auf und es fließt sauberes, einwandfreies Wasser. Eine Selbstverständlichkeit für Menschen im globalen Norden, doch immer noch eine Utopie für etwa 663 Millionen Menschen weltweit. Noch kritischer ist die mangelnde Sanitärversorgung. Eine Verbesserung ist nicht nur eine Frage der Würde, sondern in der ersten Linie eine der menschlichen Gesundheit und Sicherheit.

Anspruch auf reines Wasser und Sanitärversorgung ist 2010 zu allgemeinem Menschenrecht erklärt worden. Aber wer kann sicherstellen, dass alle auch tatsächlich einen Zugang zum sauberen Trinkwasser haben? Das verbleibt weiterhin eine der größten Herausforderungen für die Gesellschaft.

   

Wenn Wasser zu einem Luxusgut wird

Laut UN haben knappe 10% der weltweiten Bevölkerung – 663 Millionen Menschen – keinen Zugang zum sauberen Trinkwasser und sind auf nicht behandeltes Oberflächenwasser angewiesen. Jedoch heißt es nicht, dass die restlichen 90% einwandfreies Trinkwasser genießen. 2012 verwendeten über 1,8 Milliarden Menschen mit Fäkalien kontaminiertes Wasser, wobei sich diese Zahlen hauptsächlich auf Entwicklungsländer beziehen. Das Benützen von kontaminiertem Wassers verursacht gesundheitliche Probleme und trägt zur Verbreitung von Infektionen bei. Zu den Häufigsten zählen Augeninfektionen und Durchfall, der für über 1000 Kindertodesfälle pro Tag verantwortlich ist.

Eine weitere Gefährdung, die sich nicht nur auf die Entwicklungsländer bezieht, ist der steigende Wasserstress aufgrund des enorm großen Wasserverbrauchs. Von diesem sind schon über 2 Milliarden Menschen auf allen Kontinenten betroffen und die Tendenz ist weiter steigend. 2011 litten bereits 41 Länder an Wassermangel im Vergleich zu 36 Ländern im Jahre 1998.

 

Das United Nation Information Centre schlägt vier Maßnahmen vor, um das Problem der mangelnden Trinkwasserversorgung zu bewältigen:

  1. Trinkwasser von Abwasser trennen

Bei diesem Punkt ist der Bau von fehlenden Sanitäranlagen von besonderer Bedeutung. Es ermöglicht die Prosperität von Regionen und die Bewältigung der durch Wasser übertragenen Krankheiten.

 

  1. Trinkwasserzugang und –behandlung

Wasser in jedem Haushalt oder in seiner Nähe ermöglicht den Familien, die ersparte Zeit, die sonst für Wassersuche und dem weiten Wandern zur Wasserquelle aufgewendet wird,  für Arbeit, Ausbildung etc. zu nutzen.

  1. Schutz und Sanierung von Süßwasser-Ökosystemen

Der Zustand der Ökosysteme und menschliche Gesundheit stehen miteinander eng in Beziehung. Trinkwasserquellen müssen vor Schadstoffen und Kontaminationen geschützt werden. Um die Eutrophierung der Gewässer zu vermeiden, ist der Ausbau von Sanitäranlagen notwendig.

 

  1. Integrierter Landschaftsmanagement und verbesserter rechtlicher Schutz

Mit Änderung der Landnutzung steigt das Risiko der Hochwasser und erhöhte Evapotranspiration ist ungünstig für die Landwirtschaft. Da der Wasserbedarf für landwirtschaftliche Produktion und Industrie kontinuierlich steigt, wird eine Vereinbarung gebraucht, die den Wasserbedarf von allen Stakeholdern sowie den Umweltschutz berücksichtigt.

 

 

Sanitärversorgung zur Bewältigung von Krankheiten

In 2015 lebten 2,4 Milliarden Menschen ohne verbesserte Sanitärversorgung.  Die höchsten Raten (ca. 62%) befinden sich in Afrika und Südasien. Von diesen 2,4 Milliarden praktizieren 946 Millionen Menschen aufgrund fehlender Sanitäreinrichtung den Stuhlgang im Freien, was eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit und Umwelt darstellt. Eine verbesserte Sanitärversorgung trägt nicht nur zur Bekämpfung von Krankheiten, sondern auch zum Wohlbefinden der Menschen, besonders von Frauen und Mädchen, bei. Schon einfache Maßnahmen in betroffenen Regionen können die Übertragung von Infektionen um ein Drittel reduzieren.

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Die gute Nachricht ist, es wird etwas getan. Zahlreiche NGO’s und Unternehmen starten Projekte, um Trinkwasser für alle zugänglich zu machen, Sanitärversorgung auszubauen, Wasser einzusparen und es nachhaltig zu nutzen. Das UN Development Programme engagiert sich in vielen Ländern, u.a. in Myanmar, wo mit der Regierung zusammengearbeitet wird. In 280 Orten soll ein System zum Auffassen und Aufbewahren von Wasser gebaut werden und den Einwohnern soll beigebracht werden, wie landwirtschaftliche Flächen nachhaltig bewirtschaftet werden können. Die World Bank unterstützt wiederum Menschen in Bolivien durch Ausbau von Trinkbrunnen und Sanitärversorgung.

Unternehmen können auch zur Erreichung von Goal 6 beitragen und das vor allem mit einer effizienten Wassermanagementstrategie. Ein Beispiel ist General Motors, das das produzierte Abwasser von Kalzium, Eisen und Magnesium filtert und ein Sammelsystem entwickelte, damit Abwasser in den Kreislauf zurückkommt und für Kühlungsprozesse etc. wieder benutzt wird.

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Bis 2030 muss aber noch viel getan werden. Eine gerechte Verteilung von finanzieller Unterstützung sowie ein integrativer Zugang sind notwendig. In 2012 wurde die internationale Plattform Global Water Solidarity mit über 100 Partnern gegründet, die dezentrale Kooperationsinitiativen und bessere Koordination fördert. Lokale Kooperation und Kommunikation und Mobilisierung von Ressourcen sind besonders wichtig für die Erreichung des Zieles, da nur dann eine effiziente Durchsetzung von Maßnahmen erfolgen kann.

Um den Wasserstress zu reduzieren, müssen Ökosysteme geschützt werden, die auf den Wasserkreislauf einen Einfluss haben (Wälder, Bergregionen, Moore, Flüsse, etc.) Nachhaltiges Wassermanagement und umweltfreundliche Technologien werden in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung zunehmen.

Menschen in Österreich verfügen über ausreichend sauberes Wasser. Das bedeutet aber noch nicht, dass es für immer so bleiben muss, vor allem bei ständig steigender Belastung der Ökosysteme. Einfache Schritte wie Reduktion des Wasserverbrauchs durch verkürzte Duschzeit und Wasser nicht ohne Grund laufen lassen helfen, die unnötige Wasserverschwendung zu vermeiden. Das Benützen umweltfreundlicher Wasch- und Putzmittel reduziert die Belastung von Wasser mit Chemikalien.

Wenn man wirklich helfen möchte, die Erreichung des Zieles zu verwirklichen, könnte man sinnvolle Projekte unterstützen oder sogar freiwillig bei einem Projekt in den Entwicklungsländern mithelfen. Aber wenn jede/r auch nur die kleinen Dinge machen würde, wäre es genug, um eine Verbesserung zu erreichen.

by Alexandra

 

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