oikos Vienna

students for sustainable economics and management

SDG 1: Keine Armut

Ein Kommentar

 Zum internationalen Tag zur Ausrottung extremer Armut (International Day for the Eradication Poverty) möchten wir das erste der 17 globalen Entwicklungsziele vorstellen: SDG1 Keine Armut.

Das Sustainable Development Goal „No Poverty“ hat seinen Ursprung aus dem Millennium Development Goal 1 „Eradicate extrem poverty and hunger“.

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Armut – warum?

Obwohl die Anzahl der Menschen, die unter extremer Armut leiden, seit 1990 halbiert werden konnte, leben derzeit immer noch rund 836 Millionen Menschen von weniger als 1,2$ pro Tag. Die Gründe sind sehr komplex, Armut entspringt nicht nur einem geringen oder keinem Einkommen es sind vor allem soziale und kulturelle Rahmenbedingungen welche den Weg aus extremer Armut erschweren. Der Großteil der Personen welche in extremer Armut lebt hat  keinen Zugang zu adäquaten Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser oder sanitären Anlagen. (UNDP, 2015) Gerade der Zugang zu Lebensmittel und sauberem Trinkwasser ist für die Menschen essentiell. Ist dieser Zugang nicht gegeben, können sich Kinder nicht ihrem Alter entsprechend entwickeln. Eine hohe Armut in einem Land erhöht auch die Säuglings- sowie Kindersterblichkeit und auch ausgewachsene Personen haben eine geringere Lebenserwartung in diesen Ländern. Dies Umstände haben Auswirkungen auf die Entwicklung der Wirtschaft, auf das Einkommen in der Familie und somit auch auf die Bildungsmöglichkeiten der Kinder – ein Teufelskreis. Neben dem Ressourcenmangel sind aber auch Konflikte wie Krieg, Bürgerkrieg, Verfolgung etc. ein weiterer Grund, warum Menschen sich keinen Wohlstand aufbauen können. Im Jahr 2014 mussten rund 42000 Menschen pro Tag von ihrem Zuhause fliehen um Schutz vor einem Konflikt zu suchen. (UN, 2015)

Viele Menschen wünschen sich eine wachsende Wirtschaft um der Armut zu entfliehen. Aber auch eine stark wachsende Wirtschaft ist kein Garant dafür, dass den Menschen mehr Geld zur Verfügung steht. Schwellenländer wie China oder Indien haben in den letzten Jahren eine stark wachsende Wirtschaft entwickelt und so konnten viele Chinesen und Inder aus der extremen Armut fliehen. Dieses ökonomische Wachstum war jedoch nicht für alle Menschen möglich, besonders Frauen sind überproportional häufiger in der Armutsfalle gefangen als Männer. Gründe dafür sind der erschwerte Zugang zu bezahlter Arbeit sowie ein Mangel an Bildung speziell bei Frauen. Viele Frauen in Entwicklungs- und Schwellenländern konnten aus sozialen oder/und kulturellen Gründen nie eine Grundausbildung genießen und finden somit nur schwer eine bezahlte Arbeit. (UNDP, 2015)

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Armutsbekämpfung

Da die Gründe für Armut sehr komplex sind gibt es auch zum Hauptziel keine Armut viele Unterziele. Die Vereinten Nationen definiert 6 Bereiche, die für eine Armutsbekämpfung essentiell sind:

  1. Gesundheitswesen
  2. Arbeitslosenschutz
  3. Infrastruktur
  4. Ressourcen
  5. Technologie
  6. Arbeitsplätze

(UN, 2015)

Um eine Armutsbekämpfung effektiv zu gestalten, benötigen die Menschen ein funktionierendes Sozialsystem. Dieses System beinhaltet ein Gesundheitswesen und einen passenden Arbeitslosenschutz, der Menschen auffängt, falls sie in eine Arbeitslosigkeit fallen. Ein weiterer wichtiger Schritt zu einer Armutsbekämpfung ist der Zugang zu Infrastruktur und Technologie. Gerade diese beiden Arbeitsfelder sorgen für viele Arbeitsplätze und sind für die Entwicklung eines Landes essentiell. In Entwicklungsländern in denen Infrastruktur erst implementiert oder ausgebaut wird bietet es sich an diese mit grüner Technologie zu unterstützen. So wären die erneuerbaren Energiequellen eine passende Energieform und diese Länder könnten auf CO2 emittierende Energieformen verzichten.

Der freie Zugang zu Kommunikations- und Informationsdiensten ist in einer globalen, hoch digitalisierten Welt ein wichtiger Punkt für die Entwicklung der Menschen: freier Zugang zu Internet ist auch Zugang zu Bildung. Große Konzerne wie Facebook arbeiten daran möglichst vielen Menschen einen Internetanschluss zu bieten. Seit November 2015 können rund 1 Milliarde Menschen in Indien gratis ins Internet gehen und Facebook, Wikipedia, BBC, ein Wörterbuch sowie eine Astrologie-App nutzen. (Der Standard, 2015)

Zugang zu Bildung ist ein Schlüsselfaktor bei der Armutsbekämpfung. Bildung schafft nicht nur eine Berufsbildung, sondern motiviert auch die Menschen. Es entstehen vermehrt bottom-up Prozesse d.H. Personen „helfen sich selbst“. Es werden Kleinunternehmen gegründet, es werden Ideen zur Lösung von Problemen generiert und verfolgt. Gerade in der Entwicklungsarbeit hat sich gezeigt, dass top-down Planungs- und Entscheidungsprozesse nicht von großem Erfolg gekrönt wurden. Vielmehr sind bottom-up Prozesse erfolgsversprechend. (BMLFU, 2015)

Um diese bottom-up Prozesse erfolgreich zu initiieren benötigt man eine Analyse der Potenziale und Probleme. Die Analyse muss aber auch auf vorhandene finanzielle, und personelle Ressourcen Rücksicht nehmen. Die jeweiligen nationalen Regierungen müssen aufgrund der Analyse Langzeitvisionen und Strategien entwickeln die national, regional und lokal umgesetzt werden sollen. Sie erstellen sozusagen ein rechtliches Rahmenwerk welches die lokale Verwaltung interpretieren und umsetzten muss. (Entwicklungszusammenarbeit, 2015)

Löhne und Arbeitsbedingungen sind wichtige Rahmenbedingungen. Hier sollte von den nationalen Regierungen ein Rahmenwerk geschaffen werden welches Arbeitnehmer schützt. Es müssen Anreize geschaffen werden um die verschiedenen Ziele der unterschiedlichen Stakeholder Arbeitnehmer, Arbeitgeber zu vereinbaren.  Ein Ziel der Politik könnte die Wertschöpfung im eigenen Land sein, hierbei ist Fair-Trade als ein Best-Practise-Beispiel zu nennen.

Mehr Infos zum Entwicklungs Ziel 1 findet ihr hier

written by Julia Sch.

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Ein Kommentar zu “SDG 1: Keine Armut

  1. Danke fuer die Uebermittlung der oikos-texte leider
    im polit. System teilweise verschlafen, das macht
    Unsicherheit in der Bevoelkerung Gerd

    Gefällt mir

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