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Sustainable Finance Day 2016

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Zum Vierten Mal wurde heuer der Sustainable Finance Day gemeinsam mit der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative auf der Wirtschaftsuniversität Wien veranstaltet.

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Im ersten Teil bekamen die TeilnehmerInnen in Impulsbeiträgen Einblicke in die verschiedenen Bereiche der geladenen Experten.
Frau Dr. Daumann, vom Nachhaltigkeitsmanagement der Raiffeisen Zentralbank begann mit einem kurzen geschichtlichen Abriss über Nachhaltigkeit, was Nachhaltigkeit bedeutet und bezog sich hier auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit. Frau Dr. Daumann gab außerdem einen Einblick in die wichtigsten Handlungsfelder für nachhaltiges Wirtschaften der Raiffeisen Zentralbank, in die Stakeholder Gruppen der Raiffeisen Zentralbank und stellte kurz ein paar Initiativen der RZB vor.
Herr Mag. Pinner von der Raiffeisen Kapital Gesellschaft erklärte in seinem Impulsvortrag alles Rund um Nachhaltigkeitsfonds: „Welcher Prozess steckt hinter Analyse solcher Fonds?“, „Wie wird die Qualität von solchen Fonds analysiert?“ oder „Was sind Ausschlusskriterien?“ Hier wurde angemerkt dass unter andrem Waffenproduktion und Atomkraft konkrete Ausschlusskriterien darstellen.

Als Experte im Vorsorgemanagement gab Herr Mag. Lehmann Einblicke in das Nachhaltigkeitskonzept der Valida Plus AG. Es wurde unter anderem erklärt wie der Investmentprozess funktioniert und welche Ausschlusskriterien und Analysen bei der Auswahl herangezogen.

Im zweiten Tail des Programmes wurden gemeinsam in Kleingruppen mit den Experten Fragen aus ihren Bereichen diskutiert und später allen Teilnehmern präsentiert. In der Stakeholder Council Gruppe bei Frau Dr. Daumann wurde  ein Rollenspiel gespielt: Die Studierenden der Kleingruppe nahmen unterschiedliche Rollen wie Mitarbeiter, Aktionär, Eigentümer, Forschung, Geschäftspartner (Kunde, Lieferant, Wirtschaftsprüfer), Interessensvertreter (IV, WKO), Umwelt-NGO, Caritas, Politik, Ratingagentur, Investor ein und diskutierten so aus Sicht der eingenommen Rolle die Handlungsfelder einer Bank. Sehr schnell wird klar, dass die verschiedenen Stakeholder unterschiedliche „stakes“ also Interessen haben und es für das wirtschaftende Institut wichtig ist zu erkennen, welchen Einfluss diese Stakeholder haben als auch welche Bedürfnisse und Besorgnisse diese haben könnten,   um so auch im Rahmen einer Risikoanalyse darauf reagieren zu können. Das Interesse der verschiedenen Stakeholder „heute“ zu erkennen lässt auf Trends frühzeitig reagieren und ermöglicht gewisse Zielkonflikte und zukünftige Risiken zu reduzieren. Außerdem schafft ein gut geführter Stakeholder Dialog Vertrauen zwischen Bank MitarbeiterInnen und KundInnen, was in Zeiten multipler Finanz- und Wirtschaftskrisen ein wichtiger Wirtschaftsvorteil ist.

In den anderen Gruppe gab es rege Diskussion über die Optimierung von Investitionsprozessen in der Vorsorge, welche Ausschlusskriterien es gibt und warum teils nicht gesamte Branchen ausgeschlossen werden sondern nur Teile, sowie welche Vor- und Nachteile Nachhaltigkeitsfonds grundsätzlich haben.

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Es hat uns gefreut, dass es besonders in den Kleingruppen zu langen gemeinsamen Diskussionen mit den Experten kam, als auch zu kritischen Fragen und Überlegungen während der Impulsvorträge. Wir hoffen den TeilnehmerInnen durch den diesjährigen Sustainable Finance Day wieder einen guten Einblick in die Arbeit einer großen österreichischen Bank gegeben zu haben und aufgezeigt zu haben wo und warum Nachhaltigkeit aktuell von besonderer Bedeutung ist und dass, Nachhaltigkeit nicht parallel sondern integriert im Bankenkerngeschäft behandelt werden muss.

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Im Rahmen dieser Veranstaltung konnten wir Einblick in das Arbeiten einer großen österreichischen Bank gewinnen. Für die Zukunft wäre spannend und zu sehen wie andere Banken den Bezug zur Nachhaltigkeit darstellen, welche „Alternative“ Banken es mittlerweile in Österreich und Deutschland gibt und in wie fern sie sich von den traditionell etablierten Banken in Österreich unterscheiden. Besonders gefreut hat es uns, dass eine Teilnehmerin sehr engagiert bei dem Projekt „Bank für Gemeinwohl“ ist und uns hier ein paar Einblicke geben konnte.  Dieses Projekt entstand vor allem aus dem Unmut der Gesellschaft über die zunehmende diffuse Tätigkeit der Banken, Intransparenz  und verantwortungslose Investments in den letzten Jahrzehnten. Aktuell befindet sich das Projekt „Bank für Gemeinwohl“ noch in der Finazierungsphase bevor es in das Bankgeschäft eintreten kann.

In Deutschland gibt es bereits ganzheitliche nachhaltige Banken wie zB. die Triodos Bank, die genossenschaftliche GLS Bank, die Ethikbank aus Eisenach und die Umweltbank aus Nürnberg. Diese wollen dem Geldgeschäft wieder „Sinn“ geben und dort Investieren, wo Geld auch Mehrwert schafft. Mehr dazu findet ihr hier.

Vielen Dank an die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sowie den Experten für einen diskussionsreichen Nachmittag an der Wirtschaftsuniversität Wien. Wir freuen uns schon auf den nächsten Sustainable Finance Day mit Euch.

Feedback, Anregungen und  Fragen zum Sustainable Finance Day bitte an info@oikosvienna.at.

written by Julia Sch.

 

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