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People’s Climate March und System Change Fest in Wien – Gastbeitrag

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MG_536Vergangenen Sonntag organisierten engagierte AktivistInnen zusammen im Bündnis „System Change, not Climate Change!“ den Wiener Climate March am Ring und das System Change Fest vor dem Wiener Parlament. Mit buntem Erfolg!

Weltweit wurden vergangenes Wochenende neue Climate March Rekorde aufgestellt – so auch in Wien: Über 3.000 Menschen beteiligten sich am farbenfrohen Demozug und System Change Straßenfest, um sich für einen sozial-ökologischen Wandel unserer Gesellschaft einzusetzen.

Zusammentreffen Sigmund-Freud ParkMit kreativen Aktionen, Infoständen und Redebeiträgen machten verschiedene Initiativen vor dem Parlament darauf aufmerksam, dass die Klimakrise nur mit Lösungen, die an den Ursachen ansetzen, in den Griff zu bekommen ist. Dazu gehören der Umstieg auf 100% erneuerbare Energie, Energiedemokratie, agrarökologische Landwirtschaft und Ernährungssouveränität, Friedensinitiativen, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe statt Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA.

Die Forderungen wurden auch gleich tatkräftig umgesetzt. Bei Punsch, Essen und künstlerischen Einlagen konnte man das bunte Treiben bis in den frühen Abend hinein genießen. Und das noch dazu klimafreundlich: Die vegan-vegetarische Küche, Merhweggeschirr und die heimelige Kerzenbeleuchtung taten der Stimmung keinen Abbruch, im Gegenteil.

Ein anderes Highlight war ein Figurentheater, das darstellte, wie Merkel, Obama und Faymann beim Klimagipfel von der Industrie falsche Lösungen eingetrichtert bekommen. Ein Sinnbild für den Zustand der internationalen Klimaverhandlungen, finden die AktivistInnen. Obwohl sich die Staatschefs in Paris heuer schon zum 21. Mal treffen, sind immer noch keine verbindlichen Abkommen oder Lösungen für die Klimakrise ausgehandelt worden. Daher möchten sie ihre Hoffnungen lieber nicht in den Klimagipfel setzen, ihr Credo: „Wir feiern den Wandel, der heute und hier mit uns beginnt. Nach Paris geht es erst richtig los!”

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Zur Demo und zum Straßenfest kamen auch viele, die ihre Solidarität mit den Opfern von Terror und Gewalt, sowie mit Menschen auf der Flucht zeigen und ihrer Empörung über den Ausnahmezustand in Paris Ausdruck verleihen wollten. Die in Paris geplanten Großdemonstrationen rund um die Klimakonferenz (COP21) wurden verboten; auch einige Gruppen aus Wien hatten sich daher entschieden, nicht nach Paris zu fahren.

Mit einer „Bedenkminute“ wurden die BesucherInnen des Straßenfests dazu aufgefordert sich mit allen Opfern und Angehörigen von Terror und Gewalt, ebenso wie mit Menschen auf der Flucht und den Betroffenen des Klimawandels zu solidarisieren und in sich zu gehen, um zu überlegen, wie sie selbst aktiv werden können. Die Sprecherin wies darauf hin, dass die Klimakrise eng mit globalen Konfliktherden, Migration und Militarismus zusammenhängt und dass gute Klimapolitik Friedenspolitik sei. Denn viele Kriege würden durch ungerechte Ressourcenausbeutung, rassistische Strukturen und ökologische Krisen geschürt. Ein Beispiel dafür ist die derzeitige Flüchtlingsthematik – die Situation in den Herkunftsländern der Flüchtlinge wird u.a. durch Extremwetterereignisse und Dürren wortwörtlich aufgeheizt.

Demozug am Ring

Besonders schön zu erleben, waren nicht nur die Huni Kuin, Ureinwohner des Amazonas, die den Climate March ganz vorne mit ihrer Anwesenheit auszeichneten, zahlreiche MusikantInnen und TänzerInnen, Kostümierte, Volxküche, Punschstände, FoodSharing, Kabaret etc., sondern auch die den Schriftzug „System Change!“ bildende Menschenkette aus einigen Hundert Leuten.

Fest steht: Es geht weiter! Um den Klimawandel in den Griff zu bekommen und für Klimagerechtigkeit zu sorgen, müssen wir die Art und Weise, wie wir wirtschaften und leben, grundsätzlich ändern. Dafür brauchen wir alle: Niemand kann alles tun, aber jeder kann etwas verändern.

Von Florian Polsterer, Co-Organisator System Change Fest

System Change Not Climate Change auf Facebook.

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