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Vergiss „Am Ende des Geldes ist noch so viel Monat übrig“ – CURE Runners bringt dir den Umgang mit Geld spielerisch bei

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LOGO-Cure-runners-groß-e1431015254167 Ganz so schnell und einfach geht es natürlich nicht, das wäre wohl auch zu schön. Aber CURE Runners, das von einem Social Enterprise namens Three Coins entwickelt wurde, hat es sich zur Aufgabe gemacht,
den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu vermitteln und das hat seine Berechtigung: Mittlerweile sind ein Drittel der Personen, die eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, nämlich durchschnittlich 30 Jahre und jünger und sitzen auf einen Schuldenberg von 30.000 Euro.

Da ist ganz offensichtlich Nachholbedarf angesagt. Ich weiß, die meisten von uns sind schon aus dem Handyspiel-Alter herausgewachsen, vielleicht findet sich bei dem einen oder anderen noch eine Angry Bird, Candy Crush, Quizduell oder Sudoko App, aber das wird’s dann auch gewesen sein. Aber wir sollen auch nicht unmittelbar angesprochen werden. Die Zielgruppe von CURE Runners sind Jugendliche. Es gibt nicht besonders viele wissenschaftliche Studien zu Finanzkompetenz, aber es heißt, dass der Umgang mit Geld Kindern bereits im frühen Alter meist von den Eltern beigebracht wird. Geschieht das nicht aus den verschiedensten Gründen, haben die Leonies und Lucas von morgen ein Problem. Hier kommt Three Coins mit CURE Runners wortwörtlich ins Spiel. Es soll spielerisch und unterbewusst auf die Konsumfallen des Alltags aufmerksam machen. Und außerdem dazu anregen darüber nachzudenken, ob man etwas wirklich braucht oder nur einfach haben will. Ein Beispiel sind die Versicherungen, welche in dem Spiel angeboten werden. Nimmt man sie einfach an und zahlt, oder liest man das Kleingedruckte und erfährt, wofür genau man eigentlich sein CURE ausgeben soll.

Zum Spiel: Alice, die Hauptprotagonistin, wird auf einer postapokalyptisch geprägten Insel ausgesetzt. Die Luft ist verpestet und an ein normales Leben ist nicht zu denken. Um dort zu überleben, muss sie CURE sammeln. Dies dient zum einen als Tauschmittel für gewisse Dinge, die sie für ihre Aufgaben braucht, zum anderen als Heilmittel. Im Laufe des Spiels steht Alice vor einer Vielzahl an Entscheidungen, die auch eine Auswirkung auf das Ende haben. Ein Szenario erzählt zum Beispiel, dass Alices Bruder auf der Insel entdeckt wurde und gegen eine hohe Anzahl an CURE freigelassen werden kann. Der Sinn dahinter ist, das Setzen von Zielen zu vermitteln. Wenn man etwas wirklich haben muss, muss man auch bereit sein, dafür zu sparen und den damit einhergehenden Verzicht einplanen. Ansonsten droht im Spiel, wie auch im realen Leben, der Konkurs.

Three-Coins-Logo_webThree Coins bezeichnet sich selbst als einen Think & Do Tank für Finanzkompetenz und ist ein unabhängiges und mehrfach ausgezeichnetes Sozialunternehmen, das auf die Entwicklung von Trainingsformaten für den Umgang mit Geld spezialisiert ist. Dahinter stehen Expert*innen aus den Bereichen Wirtschaft, Sozialwissenschaften, Bildung, Unternehmertum und IT, deren Ziel und Zweck es ist, den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu fördern. Dabei entsteht die Arbeit in Kooperation mit öffentlichen Einrichtungen, Universitäten, Schulen, Unternehmen, Sozialeinrichtungen und Fokusgruppen.

Zusätzlich zu dem Spiel entwickelt Three Coins Workshop Formate, die den nachhaltigen Umgang mit Geld trainieren soll. In diesem Rahmen haben sie  ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, in dem Studierende zwei mal innerhalb von zwei Wochen Wiener Schulen besuchen und den Schüler*innen CURE Runners vorstellen, welches man gratis im App Store runterladen kann. Hier werden die Metaphern des Games diskutiert und welche Bedeutung diese im realen Leben hätten. Ich bin eine dieser Studierenden und habe auch schon Wiener Klassenzimmerluft schnuppern dürfen. Interessanterweise gibt es bei den Jugendlichen doch ein gutes Grundwissen über Geld, aber das alleine reicht noch nicht aus, damit man auch gut mit seinem Geld über die Runden kommt, da Wissen allein nicht das Verhalten ändert. Daher gehen wir mit dem Pilotprojekt einen Schritt weiter und wollen nicht nur Finanzkompetenz in Form von Wissen erhöhen, sondern auch das Verhalten anhand von persönlichen Beispielen aus dem Alltagsleben und Spielen in eine verantwortungsvolle Richtung lenken. Natürlich ist das ein großes Vorhaben, aber die ersten Steine sind bereits gelegt.

9vNwGXTeqgCX_APfp1e15hwL2qUmt-gQfY6Tb7eDXCwMein Fazit soweit ist, dass ich sehr froh bin, dass mir meine Eltern sehr früh un
d offen den Umgang mit Geld beigebracht haben. Heutzutage scheint es sogar noch wichtiger zu sein, als früher. Da nicht nur an jeder Ecke oder im Fernseher etwas schreit „Bitte kauf mich“. Man wird mittlerweile auf unglaublich vielen Arten als Kunde/in angesprochen und kann auf genauso viele Weisen etwas kaufen. Die Kostenfalle schnappt aber meist erst etwas später zu, sodass es sehr leicht ist, den Überblick zu verlieren, bis einen die Kosten einholen und sich der Schuldenberg unübersichtlich vor einem auftürmt. Eine nachhaltige Gesellschaft muss auch diese Themen ansprechen und behandeln. Also vielleicht probiert der eine oder andere von euch das Spiel ja selbst aus oder empfiehlt es weiter.

Von Lisi

 

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