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Im Gespräch mit Train of Hope – 8. oikos Talk

Ein Kommentar

10322761_701679209966361_695348634434171338_nKatrin Bernreiter hat gestern zu unserem Talk vorbeigeschaut. Sie war nicht ab Tag 1, aber spätestens ab Tag 5 Teil vom Team Train of Hope, das seit 31. August am Wiener Hauptbahnhof Ersthilfe für Schutzsuchende leistet. Ihre erste Schicht dauerte 20 Stunden. „Um 20.30 abends habe ich im Social Media-Bereich angefangen, um 16 Uhr am nächsten Tag bin ich ins Bett gefallen“, erzählt sie uns.

Mittlerweile wird auf den Namensschildern aller Helfenden aufgeschrieben, wann sie anfangen, um Schichten im zweistelligen Bereich zu vermeiden. Das habe anfangs dazu geführt, dass einige einfach ohne Namensschild herumliefen. Genau wie Katrin sind viele der Freiwilligen (alle Helfenden sind Ehrenamtliche) selbständig oder im Kreativbereit tätig oder studieren. Das heißt, sie können sich ihre Zeit einteilen. Das heißt aber auch, dass man nach einer Schicht am Bahnhof noch sein Geld verdienen muss, um die Miete bezahlen zu können. Aber das ist kein vorrangiges Thema für Katrin. Sie erwähnt es, als wir wissen wollen, wie es langfristig weitergehen soll. Sie hat keine Ahnung, sie machen weiter, so lange sie können. Wie lange das sein wird, kann niemand sagen. Solange Menschen am Hauptbahnhof ankommen, wird Train of Hope jedenfalls gebraucht. Da die Organisation aus ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Anschauungen besteht, wird die Diskussion nicht einfach. Soll man an die öffentliche Hand oder eine NGO übergeben? Werden die es so weitertragen, wie es aufgebaut wurde? Bisher ist noch kein Angebot gekommen, daher gab es die Diskussion noch nicht
. Aber Katrin will nicht aus den Augen verlieren, dass natürlich alle Institutionen auf das selbe Ziel hinarbeiten: Menschen, die Schutz suchen, zu helfen.

12179218_1007384782616664_830328988_nÜbrigens: Train of Hope sucht helfende Hände, nachdem die anfänglich überschäumende Hilfsbereitschaft abgeflaut ist. Der Bedarf an Helfer*innen und Sachspenden wird in den Sozialen Medien (z.B. auf Facebook und Twitter) regelmäßig aktualisiert.

60 – 70 Tausend Menschen haben sie schon geholfen, schätzt Katrin. Warum ist es eigentlich so weit gekommen, fragt sie sich. Als sie 2012 im Auslandssemester in Istanbul war und nach Beirut reiste, war ihr schon bewusst, wie schwierig die Situation ist. Das wären Themen, die die österreichische Außenpolitik hätte mitbekommen sollen, ob man nach Istanbuld oder Lissabon fliege, sei kein so großer Unterschied, meint sie. Die Zivilgesellschaft leistet hier etwas, was eigentlich der Staat leisten sollte. Aber der war nicht vorbereitet und scheint nicht in der Lage dazu.

Ganz anders die Freiwilligen am Hauptbahnhof: Die kleine Gruppe ist zu einer strukturierten Organisation gworden, die sich in den letzten knapp zwei Monaten weiterentwickelt hat. Anfangs hat man noch versucht, sich im Plenum zu besprechen, mit allen Freiwilligen, Dolmetschenden, Ärzten und Ärztinnen etc. Mittlerweile sprechen sich die Teams intern ab, etwa in Katrins Social Media Team. So konnten sie sich unter anderem ein strukturierteres Schichtsystem zurechtlegen, und die Nachtdienste im Social-Media-Bereich wurden auf Bereitschaft umgestellt, nicht unwesentlich gerade bei frühwinterlicher Kälte in der unbeheizten Fahrradgarage, die als Büro dient.

12178126_1007384772616665_499699120_nLeider kann ich hier nur einen kleinen Teil von dem abbilden, was Katrin uns über die Ersthilfe für Flüchtlinge und über Train of Hope erzählt hat. Wenn euch die Details interessieren, wendet euch gerne an jemanden von uns, der/die gestern dabei war, eventuell beim nächsten Stammtisch am 11. November (Achtung Schleichwerbung). Train of Hope ist übrigens ein international verbreitetes Konzept.

Für alle, die helfen wollen, man kann neben Arbeitskraft, auch Lebensmittel, Gegenstände und Geld spenden. Von dem Geld werden Zugtickets gekauft, wenn Züge fahren und Medikamente und Essen, wenn man mit den Sachspenden nicht über die Runden kommt. Es gibt neben der Spendenbox am Bahnhof die Möglichkeit, über Indiegogo zu spenden oder direkt auf das Konto von Train of Hope zu überweisen.

Von Greta

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