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Der Supermarkt von morgen – Nachhaltigkeit in den Augen des Lebensmittelhandels

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735880_web_R_by_Stefanie Salzer-Deckert_pixelio.de„Einkaufen gehen“ – nennt man die Tätigkeit, die wir, sobald wir Hotel Mama verlassen, mehrmals die Woche erledigen müssen. Früher ging man mit einem Speer bewaffnet auf die Jagd, heute gehe ich mit Handy und Stoffsackerl bewaffnet in den nächsten Supermarkt, wenn ich wieder mal draufkomme, dass der Kühlschrank zu Hause leer ist.
Dabei läuft der Prozess meist ähnlich ab: Unter Zeitdruck laufe ich planlos durch die Gänge und nehme alles mit, woraus ich glaube etwas Essbares zubereiten zu können. Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber mir kommt es so vor, als ob die Lebensmittel jedes Mal einen anderen Platz im Supermarkt einnehmen. Im Kontrast zu mir stehen Personen, die diese Aktivität aber äußerst spannend finden. Es gibt sogar solche, die sagen das wäre ihr Hobby – „Shoppen gehen“ wird es dann genannt, dann auch meistens nicht beim Billa um die Ecke, sondern in einem Einkaufszentrum oder auf einer von Wiens Einkaufsstraßen.

Die Wahrnehmung und der Stellenwert dieser Tätigkeit fällt bei uns allen sehr unterschiedlich aus. Es war deshalb besonders spannend am Freitag den 29. Mai ein Teil des REWE Kundenbeirats zu sein und mit einer sehr diversifizierten Gruppe von Menschen bei Workshops das Thema Nachhaltigkeit bei REWE (Billa, Merkur, Bipa, Penny, ADEG) und den Supermarkt der Zukunft zu besprechen.

Wie man Nachhaltigkeit auslegt, ist jedem selbst überlassen. Bei REWE ist das Thema im weitesten Sinne mit verantwortungsvollem und zukunftsfähigem Handeln gleichzustellen.
REWE galt für mich bis jetzt nicht als Aushängeschild für das Thema, doch siehe da, es tut sich etwas: Es werden Inititiativen gestartet bzw. gefördert wie etwa Photovoltaikanlagen auf den Dächern vieler Merkur Filialen. Diese Fülle an Bemühungen kommt beim Endverbraucher und der -verbraucherin offenbar nur vereinzelt an, da nicht nur ich während der Präsentation den einen oder anderen AHA-Moment erlebte. Neben Ökostrom, Energierückgewinnung und Photovoltaikanlagen rücken auch das soziale Engagement und die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den zentralen Fokus der Strategie.

Der spannendste Einblick im Bereich Einsparungspotential war für mich die Kältetechnik. Eine wesentliche CO2-Emissionsreduktion wird bereits durch die Verglasung von Kühlmöbeln erzielt. REWE geht hier noch einen Schritt weiter und hat einen Weg gefunden, wie auf die Heizungseinheiten für die Scheiben zu den Kühlregalen verzichtet werden kann. Diese müssen normalerweise verbaut sein, um ein Beschlagen der Scheibe zu verhindern und freie Sicht auf die Ware zu gewährleisten.
Für Endkunden und -kundinnen unsichtbar, versteckt sich hier ein enormes Energieeinsparungspotential, das ich nicht ansatzweise bedacht hätte und ich habe diese Tür schon sehr oft auf und wieder zu gemacht.

Weitere Key Takeaways aus der Kundenbereitssitzung für mich:

– Flugblätter sind immer noch das go-to-Werbemedium und werden von Menschen gewünscht (tendentiell von Personen über 30)
– Man bzw. ein Haubenkoch kann eine vegane Eierspeise mit Frankfurter machen, die nach Ei und Wurst schmeckt, ohne eins von beidem zu verwenden.
– Einkaufen am Land und in der Stadt dürften sehr unterschiedliche Erlebnisse sein. Am Land ist die Servicezufriedenheit laut REWE meist größer. Das könnte meiner Meinung daran liegen, dass das den Leuten am Land wichtiger ist als in der Stadt; man kennt sich eher. Ich gehe ihn Wien eher nicht zum Merkur, um Freunde zu finden.
– Guter Service wird auch in 25 Jahren gefragt sein, auch wenn dann der Kühlschrank das Einkaufen für uns übernimmt.
– Aktionen, bei denen zwei halbe Brote günstiger sind als ein ganzes, führen zu Verwirrung und Empörung.

Abschließend ist zu sagen, das wir keine Antwort auf die Frage, wie wir in Zukunft einkaufen gehen werden, gefunden haben. Genauso wenig konnten wir uns einigen in welcher Form wir Nahrung zu uns nehmen werden und ob unser Essen bald aus einem 3D-Drucker kommt.

Fakt ist, dass sich die Big-Player sehr viel Gedanken darüber machen, worauf die Kunden*innen in Zukunft großen Wert legen werden und das stimmt mich wiederum positiv, weil es bedeutet, dass wir mit unseren Entscheidungen sehr wohl einen Einfluss nehmen können.

Von Michael, Melanie, Thomas und Manuela

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