oikos Vienna

students for sustainable economics and management

Banken und Nachhaltigkeit – passt das?

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Am 20. April hat oikos Vienna zum dritten Mal den Sustainable Finance Day 2015 in Kooperation mit der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative (RKI) organisiert. Ich durfte zum zweiten Mal Teil des Organisationsteams sein. Nach drei Impulsvorträgen wurden in Kleingruppen zu vorgegebenen Fragestellungen Lösungsansätze diskutiert und diese dann im Plenum präsentiert. Die Vertreter der RKI waren Dr. Tanja Daumann der RZB Nachhaltigkeitsmanagement Abteilung, die in Vertretung von Mag. Andrea Weber kam, Mag. Wolfgang Pinner, Chief Investment Officer Socially Responsible Investment bei Raiffeisen Capital Management und Mag. Karin Kunrath, Leiterin der Abteilung Asset Management bei Valida Vorsorge Management.

Im Unterschied zu den Vorjahren fand ich es diesmal spannend drei VertreterInnen derselben Bankengruppe Vorort zu haben, die auf unterschiedliche Weise Nachhaltigkeit im Bankengeschäft fordern. Ich habe mich beim Aufteilen in die drei Gruppen für die Gruppe von Frau Dr. Daumann entschieden. Unsere Aufgabe war es, eine Maßnahme für einen der vier Bereiche des Nachhaltigkeitsmanagements – Kerngeschäft, Umwelt, MitarbeiterInnen, Soziales – auszuarbeiten und uns zu überlegen, wie wir diese im Unternehmen implementieren bzw. vor dem Vorstand durchsetzen würden. Hierbei haben wir uns für den Bereich MitarbeiterInnen entschieden und die damit verbundenen zukünftigen Herausforderungen von Banken diskutiert. Wichtig war uns hierbei, dass die Bank regelmäßig die Erwartungen der MitarbeiterInnen mit denen der Bank abstimmt. Wir haben uns überlegt, wie wir die Einführung unserer Maßnahmen und die damit verbundenen Kosten begründen und dem Vorstand schmackhaft machen könnten, und haben unsere Strategie dann anschließend im Plenum vorgestellt. Erfreulicherweise hat das Publikum, dass für uns den Vorstand spielte, unserer Maßnahme das „Go“ gegeben. Die anderen Gruppenpräsentationen fand ich auch interessant: Die Gruppe der RCM hat sich mit den Ausschlusskriterien für nachhaltige Finanzprodukte befasst und uns ihre Kriterien vorgestellt. Die Gruppe der Valida hat sich genauer mit dem Prozess der nachhaltigen Veranlagung einer Vorsorgekassa auseinandergesetzt und uns die Schritte präsentiert.

Ich glaube, es war alles in allem eine gelungene Veranstaltung, und wir konnten einen ungefähren Einblick bekommen, was Nachhaltigkeit im Bankensektor bedeutet.

Natürlich haben wir im Rahmen der Veranstaltung nur eine Bank kennengelernt und es wäre sicher interessant, einen Vergleich zu anderen österreichischen und auch internationalen Banken zu haben. Beispielsweise in Deutschland tut sich meines Wissens nach in diesem Bereich schon mehr. Hier gibt es ganzheitlich nachhaltige Banken wie zB. die Triodos Bank, die genossenschaftliche GLS Bank, die Ethikbank aus Eisenach und die Umweltbank aus Nürnberg. Diese wollen dem Geldgeschäft wieder „Sinn“ geben und dort Investieren, wo Geld auch Mehrwert schafft. Mehr dazu findet ihr hier.

Banken sind in der letzten Zeit ziemlich in Verruf gekommen (auch zurecht!). Sie haben erhebliche Imageschäden erlitten und werden stetig stärker durch neue Gesetze reglementiert und transparent gemacht. Ich finde, Banken sollten sich auf ihre Wurzeln besinnen und überlegen, warum sie eigentlich existieren. Vereinfacht gesagt geht es ja grundsätzlich darum, Geld, das jemand nicht aktiv braucht, arbeiten zu lassen, idealerweise dort, wo es einen Mehrwert für die Gesellschaft generiert. Klar, das ist jetzt einfacher gesagt als getan und womöglich eine sehr idealistische Vorstellung. Aber ein bisschen „back to the roots“ oder eine kurze Rückbesinnung würde den Banken sicherlich nicht schlecht tun.

Eure Andrea

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