oikos Vienna

students for sustainable economics and management

Über Tree Huggers und WU-Studierende – die andere oikos-Gründungsgeschichte

Ein Kommentar

GründerInnenfotoNachhaltige Entwicklung? Sustainable Behavior? Wovon sprichst du da?

Nachdem Manuela bereits den Anfang gemacht hat, möchte ich euch nun ebenfalls meine Geschichte erzählen. Bevor ich aber loslege, muss ich mich bei Bernd bedanken.

Wir haben uns zwar nie getroffen, aber ohne ihn wäre ich mit ziemlicher Sicherheit nie einer der Menschen gewesen, die von Anfang an bei oikos Vienna dabei waren.

„Nachhaltige Entwicklung? Sustainable Behavior? Sustainability? Wovon sprichst du da? Du willst sicher ’n Mädl aus dem Kurs aufreißen.“

So oder so ähnlich lief das Gespräch mit einem meiner Freunde, als ich ihm erzählte, dass ich da so einen echt coolen Kurs auf der WU mache, der sich mit dem Thema „Sustainable Consumer Behaviour“ beschäftigt.
Das Fach nannte sich damals Gesellschaftlicher Kontext wirtschaftlichen Handelns und war eines von denen, die man nebenbei auch erledigen musste. Als erfahrener WU-Student, der das ökonomische Prinzip auch auf sein Studium anwendete, habe ich deshalb einen Kurs ausgewählt, bei dem man mit wenig Aufwand eine gute Note bekommt. In der „zwei Uhr Lotterie“ hatte ich Glück und bekam überraschenderweise den gewünschten Kurs. Wie das Leben aber so spielt oder der Zufall/Schicksal es will, fiel mir erst im Nachhinein auf, dass sich der Kurs mit einem anderen, der mir wichtiger war, überschnitt.

Somit habe ich mich auf die Suche nach tauschwilligen Mitstudierenden begeben und bin im ÖH-Forum fündig geworden. Die aufmerksame Leserin (Männer sollen sich hier genauso angesprochen fühlen) weiß jetzt auch, wer sich damals gemeldet hat, für den Rest, also vermutlich alle, kläre ich die Sache gerne auf: Bernd.

Bernd habe ich es zu verdanken, dass ich bei Karin Dobernig im Kurs gelandet bin und somit in einer der besten Vorlesungen, die ich auf der Uni besucht habe.

Ich muss dazu sagen, dass ich am Anfang skeptisch war und mit der Hoffnung in die Vorlesung gegangen bin, dort auch „normale“ WU-Studierende zu finden und nicht die „Tree Hugger Sorte von der Boku“. (An dieser Stelle sei gesagt, dass ich ein nicht besonders schlauer Student war zu der Zeit und meine Meinung bezüglich Boku und der Tree-Hugger-Sorte geändert habe. Mittlerweile macht mir der Klischee-WU-Student mehr zu schaffen.)

Was hat das alles jetzt aber mit oikos Vienna zu tun?

Im Zuge der Vorlesung haben wir natürlich auch eine Gruppenpräsentation machen dürfen und ein Thema musste her. Ich bin per Zufall auf ein sehr spannendes Video gestoßen, wo US-Professor Albert Allen Bartlett über die menschliche Unfähigkeit, die exponentielle Funktion zu verstehen, spricht. Eines seiner Beispiele:

In einer Flasche befindet sich ein Bakterium, dass sich jede Minute verdoppelt. Die Flasche ist in 24 Stunden voll mit Bakterien. Gestartet wird um Mitternacht. Wann ist sie halb voll?
Als ich mir das Video ansah, war die erste Zahl, die mir in den Kopf geschossen ist, natürlich zwölf. Obwohl ich kein Mathe – Genie war, schien mir das keine wirklich schwierige Aufgabe. Erst im zweiten Anlauf bin ich mir über meinen Fehler bewusst geworden und kam auf die richtige Antwort: eine Minute vor Mitternacht.

Alle, die auf Anhieb richtig gelegen sind: „GRATULATION“. Alle, die auch meinen Denkfehler gemacht haben, macht euch keine Sorgen, ihr seid in guter Gesellschaft.

Die abschließende Frage war also, wie wir auf einem Planeten mit einer limitierten Zahl von Ressourcen ins unendliche Wachsen wollen? Meine Antwort damals: Naja, es gibt ja schlaue Köpfe auf dem Planeten, die werden bis dahin schon ‚was Tolles erfunden haben.

Mir ist bewusst, dass ich bei der Geschichte bis jetzt nicht gut wegkomme, aber das sollte sich ändern. Nach dem Ende der Vorlesung war Karin auf der Suche nach Mitarbeiter*innen für eine Konferenz, die von der Europäischen Kommission unter dem 7th Framework Programme stattfinden sollte. Dort habe ich mich natürlich gemeldet, weil ich endlich Taten für mich sprechen lassen wollte. Das ist auch der Grund, warum ich diesen Blog schreibe, denn so habe ich Manuela kennengelernt. Das erste Mal von oikos habe ich erst einige Zeit später in einer Mail von Karin gelesen. Ich fand die Idee spannend, doch ließ ich mich von dem mangelndem Zuspruch in meinem Umfeld verunsichern.

Das war Februar 2012 und mir war klar, dass ich mehr in dem Bereich erfahren möchte, leider war das Angebot an unserer Uni sehr begrenzt. Da ich nicht der einzige war, der die Mail mit den Infos über oikos bekommen hat, kam es, wie es kommen musste. Im April hatte Manuela ihrer Freundin Teresa von der Idee erzählt und diese war ebenfalls begeistert und wollte sofort loslegen. Das erste Treffen war schnell ausgemacht und da es selbstgemachte Pizza gab und der Weg in mein Herz nun mal durch den Magen geht, war ich von der ersten Sekunde an überzeugt, dass ich hier richtig bin.

Das ist mittlerweile über zwei Jahre her und ich kann immer noch nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Dass es uns im Jahr 2015 noch gibt, konnte ich mir damals gar nicht vorstellen. Zu verdanken haben wir es jeder einzelnen motivierten und begeisterten Person, die an die Idee glaubt und daraus oikos Vienna gemacht hat, wie wir es heute kennen.

Da ich mich, obwohl schon so lange dabei, nicht von oikos Vienna trennen kann, möchte ich nochmal Teil von einem großen Projekt sein. Deshalb sind wir gerade dabe, nicht nur für Wien, sondern auch für unsere Nachbarn aus ganz CEE ein Projekt auf die Beine zu stellen. Worum es genau geht, verrate ich euch bei einer anderen Gelegenheit.

Von Michael

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