oikos Vienna

students for sustainable economics and management

Von Superheros und Pannen als Inspiration: ein Aufruf zum Purzelbäumeschlagen

2 Kommentare

Heuer durfte ich zum ersten Mal oikos Vienna beim Presidents‘ Meeting in St. Gallen von 7. bis 9. November vertreten. Das Presidents‘ Meeting findet immer im Vorfeld zum jährlichen Future Lab statt. Zwar hab ich aufgrund bisheriger internationaler Treffen schon ein paar wenige Leute gekannt, aber der Großteil war dann doch einfach neu. Da dieses Treffen auch nicht eine von diesen großen anonymen Veranstaltungen war, wo man sich langsam akklimatisieren kann, sondern es sich um eine verhältnismäßig kleine Gruppe von etwa 30 Leuten handelte, war ich, was meine sozialen Kompetenzen betrifft, zumindest zu Beginn auch kurz ein bisschen überfordert. Auch weil ich jetzt nicht unbedingt talentiert bin, wenn es darum geht, mir Namen schnell zu merken. Namensschilder gab‘s nicht, also war ich konstant damit beschäftigt mir solche bei jeder Gelegenheit noch mal schnell einzuprägen. Da war ich im Endeffekt natürlich dankbar, dass man uns allmorgendlich mit dynamisch ausdrucksstarken Icebreakern aus der „Schlafwandler riecht Kaffee“-Stimmung holte. So ging‘s dann wach und motiviert ans Werk und die Scheu vor fremden Menschen legte sich auch ganz schnell.

Ich will an dieser Stelle jetzt kein langatmiges Protokoll über den Tagesablauf dieser drei unbeschreiblich inspirierenden und motivierenden Tage schreiben, das liest sich sowieso keiner bis zum Ende durch und nachvollziehbar wird die Atmosphäre dadurch auch nicht, was mich am Ende furchtbar ärgern würde, weil ich doch bitte jedem vermitteln möchte, wie geil diese drei Tage waren. Daher greife ich jetzt einfach ein paar persönliche Highlights heraus und hoff einfach, dass man mein „ich bin ein Flummi“-Gefühl zumindest in etwa erahnen kann.

Well, well, well, erstes Highlight war ein Workshop mit dem Leadershipexperten Claud, auch im oikos International Advisory Board aktiv und Alumni von oikos St. Gallen, ein Superhero quasi, kann alles, macht überall mit und kriegt nebenbei auch noch die klassische Familienidylle auf die Reihe. Die primäre Workshop Aufgabe war es, in Fünfer-Teams innerhalb von ca. einer Stunde ein Spiel zu erfinden, dass irgendwie was mit Nachhaltigkeit und oikos zu tun hat. Er hat dann auch noch drauf gesetzt, dass die zig Male, wo er die Übung schon gemacht hat, nur ein einziges Mal ein Team gescheitert ist… das war witzigerweise ein oikos Team. Da haben wir am Anfang gelacht, aber nach einer halben Stunde Überlegen, wie wir Activity, Monopoly oder Menschärgerdichnicht irgendwie auf das Thema oikos umlegen können, haben wir dann nicht mehr so viel gelacht. Weil irgendwie will man ja was Neues kreieren, Teamwork aka Kollaborationen mit Mitstreitenden soll belohnt werden und Extrapunkte gibt’s für zukunftsfähige Aktionen. Kurz und bündig, wir haben uns für eine Art Siedler-Variante entschieden und wollten eine Stadt bauen im Spiel, um die konkrete Ausgestaltung zu definieren, hat uns dann die Zeit gefehlt. Zunächst wollten wir auch noch einen Kooperationsgedanken in das Spiel einbauen, aber das wurde uns dann doch zu kompliziert, wie vielen der anderen Gruppen auch, was im Endeffekt ein Fehler war. Weil genau um diese Teamqualitäten wär‘s gegangen, Gott sei Dank hat zumindest ein Team etwas in die Richtung entwickelt, sonst gäbe es nunmehr schon zwei Situationen, in denen Claude die Aufgabe gestellt hätte und die Teilnehmer gescheitert wären. Egal, lustig war‘s und die Message haben wir dann auch kapiert.

Eine andere spannende Übung war so eine Art Weltcafé zu bestimmten Fragen à la was sind die Prinzipien und Werte, die wir als oikos weiter tragen wollen? Wie kann man oikees dazu bewegen, sich mehr für das große Ganze (oikos) sprich auch die internationale Ebene zu interessieren? Was wollen wir bis 2017 erreichen, wie soll die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen oikos Chapters und oikos International aussehen und was bringt uns das Alumni Netzwerk?

Die schon auch hitzige Debatte war insofern spannend, weil es da doch sehr viele verschiedene Vorstellungen gibt und man merkt, wie vielschichtig oikos doch ist und wie erstaunlich es eigentlich ist, dass es seit so vielen Jahren funktioniert, eine Gruppe so unterschiedlicher Charaktere zusammenzuhalten. Da wir im Endeffekt doch alle ein gemeinsames Ziel haben, hat sich die Diskussion in den verschiedenen fragenbezogenen Kleingruppen gelohnt, auch wenn es verschiedene Wege und Vorlieben zur Zielerreichung gibt, wir wollen halt doch alle das Gleiche und haben verstanden, dass das als Team einfach besser geht.

Dass die Abende mit Süßigkeiten aus allen möglichen Ländern, leckerem selbst gekochtem kenianischem Essen, einer Stadtführung, einem Lindy Hop Kurs und ein paar Bierchen zum Ausklang unterhaltsam und gemütlich waren, ist selbstredend, das brauch ich gar nicht groß raus streichen, ich will ja keine Eifersucht streuen 😉

Tja, meine Vorgängerin Manuela, hat mir vor Beginn des Presidents Meetings folgende Nachricht geschrieben „Ah das werden so coole Tage, ich sag‘s dir, das Beste ist das Presidents‘ Meeting. Du wirst so inspiriert und motiviert sein!“ Meine erste Reaktion war jaja, wird sicher nett, ein paar Leute kenn ich ja ott sein Dank. Schon am zweiten Tag hab ich dieses Urteil revidiert. Die Leute hier sind der Hammer, die Gespräche und Aktivitäten bringen mich zu dem Gedanken, dass wir ab morgen einfach mal schnell die Welt retten und dabei noch Spaß haben.

Am Ende bin ich dann aber schon kurz herum gesprungen wie ein Rumpelstilzchen, weil ich realisiert hab, daheim werden sie alle glauben ich spinn, wenn ich aufgedreht und mega motiviert bin, ich nicht weiß was ich zuerst machen will und wie verrückt durch die Gegend springe. Aber ich glaub, so einem aufgedrehten Etwas zuzuschauen, lässt schmunzeln und motiviert auch den Rest ein paar Purzelbäume im Prater zu schlagen, ich brauch eben nur als Erste damit anfangen.

von Anna

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2 Kommentare zu “Von Superheros und Pannen als Inspiration: ein Aufruf zum Purzelbäumeschlagen

  1. ich bin dabei! lasst die Purzelbäume beginnen! obwohl ich weißt gar nicht mehr ob ich das noch kann, kann man das verlernen?
    ich bin gerade so neidisch auf dich! weil ich genau weißt, wie du dich fühlst. es gibt’s nichts besseres!

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  2. purzelbäume gehen immer, ich seh schon ein neues team event, werd das thomas gleich vorschlagen 😉

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